Bericht zur Transalp von Christian Deike

Hier nun der (etwas längere) Bericht zu meiner ersten Transalp.

Die Vorgeschichte dazu, werden die meisten kennen, deshalb hier nur der reine (Renn-) Bericht.

Am Freitag den 12. Juni ging es pünktlich um 8.00 Uhr los in Richtung Mittenwald. Hauke und ich sind trotz einiger Staus in und um München um 16.00 Uhr in Mittenwald angekommen. Kurz nach abstellen des Fahrzeugs, gingen wir ins Startbüro um unsere Unterlagen abzuholen und das Transalpcamp zu bezahlen.Neben den Startunterlagen, bekamen wir auch Reisetaschen in schikem Grün, bzw. Orange. Diese mussten benutzt werden, um es dem Taschenteam einfacher zu machen die Taschen zuzuordnen. Nach dem wir dann auch unsere, von Schwalbe bereitgestellten, Reifen ( Racing Ralph & Rocket Ron 2,25″, schlauchlos mit Latexmilch) aufgezogen hatten, konnte es auch los zur ersten Pastaparty des Etappenrennens gehen. Abends um 22.00 Uhr gingen in der Sporthalle auf dem Kasernengelände die Lichter aus.

1. Etappe Mittenwald-Meyerhofen 111 Km 2200 Hm

Nach einem guten Bunsdeswerhrfrühstück in der Offizierskantine, fuhren wir mit unseren Bikes zum Start nach Mittenwald. Da es doch noch recht kühl war, entschieden wir uns dazu uns ein bisschen warm zufahren. Um 9.00 Uhr erfolgte der erste Start. Mit leichten Zweifeln, ob ich in Riva überhaupt ankomme, ging es mit 1000 weiteren Teilnehmern durch das Karwendel, wo 2 hohe Berge auf uns warteten. Mein Teampartner Hauke machte schon etwas Druck, was meine Zweifel ans ankommen nicht gerade schwächte. Nach dem Passieren des Hochalmsattel ging es zum Glück erst einmal bergab und zum nächsten Pass, dem Plumsjoch. Dort merkte ich das fehlende Training, die Beine wurden immer schwerer. Oben angekommen wurde berab auch noch schön ruppig, so dass an ausruhen auch nicht zu denken war. Schlussendlich sind wir aber gesund im Zillertal angekommen und es ging entlang des Achensees auf einem asphaltiertem Radweg die letzten 30 Km zum Etappenziel Meyerhofen. Hauke ist ja ein ehemaliger Rennradfahrer und machte in der Ebene richtig Druck. Ich musste des öfteren abreissen lassen, da mein Puls immer jenseits der anaeroben Schwelle war. In Meyerhofen angekommen, dachte ich mir „wenn das so weitergeht, schaffe ich vielleicht noch die 2. Etappe….“ Platz 117 belegten wir an diesem Tag mit einer Zeit von 5:18:10 Std.

2. Etappe Meyerhofen-Brixen 100 Km 2500 Hm

Pünktlich um 9.00 Uhr standen wir wieder im Startblock B in Meyerhofen. Bei der Transalp gibt es verschiedene Kategorien der Sportler. Alle Leistungssportler stehen dabei in Block A (A1 für die Profis) Die Ambitionierten Biker in Block B (Also wir) und der Rest in Block C. Wir wollten natürlich immer zu den ambitionierten Sportlern gehören, was aber zur Folge hatte, dass wir nicht trödeln durften. Leider war die

Nacht meines Teampartners nicht gerade berauschend. Die Nudeln des Vorabends suchten sich bei ihm nämlich wieder den Weg nach draußen. Leider Oral….. Seine Magenprobleme hatten sich auch im Startblock noch nicht gelegt, so entschieden wir uns, erst einmal langsam zu machen. Was bei dem 1500 Hm am Anfang sowieso nicht anders zu machen gewesen wäre. Der Anstieg zum Pfitscher Joch führte über Asphalt erst zum Schlegeisspeicher und dann auf Schotter zum Pass. Oben angekommen, ging es die letzten Meter über einen Karrenweg über den Alpenhauptkamm weiter. Das Wort „Karrenweg“ ist im Übrigen wärend der Transalp zum Unwort der Woche gekürt worden. Von dort aus ging es ebenfalls wieder recht rasant über Trails, Forstwege und Radwege bergab, bis zur 2 Verpflegung und dem Timecut. Hauke ging es bis dahin recht schlecht und deshalb legten wir an der Verpflegung auch eine kleine Pause ein. Frisch gestärkt ging es dann weiter in Richtung Brixen. Vorher musste aber noch einmal ein kleiner Berg bewältigt werden. Die TRails durch die Weinberge zum Ziel waren aber eine angemessene Entschädigung! Am Ende sind wir mit 06:22:14 Std. auf Platz 139 liegent ins Ziel gefahren.

3. Etappe Brixen-St. Vigil 57 Km 2830 Hm

Vor dieser Etappe hatte ich im Vorfeld am meisten Angst! Denn kurz nach dem Start wartete ein angsteinflößender 1800 Hm Anstieg zur Lüsener Scharte.Im Grunde war die Angst allerdings unberechtigt. Ich konnte den Anstieg sehr gut bewältigen. Da es auch Hauke wieder besser ging, konnten wir, oben angekommen, fast schon entspannt in die Dolomiten eintauchen. Das fand ich schon echt beeindruckend! Auf sehr geilen Trails über Wiesen und Wälder ging es bergab. Ein paar kleiner Berge waren zu bewältigen bevor wir ins kleine aber feine südtiroler Städtchen St. Vigil landeten. Mit 4:58:56 Std. haben wir uns um 33 Plätze zum Vortag verbessert! Für das „Rote Trikot“ (Scott Attack) für das kämpferischste Team der Etappe reichte es allerdings nicht.Für mich war es im Nachhinein die schönste Etappe der Transalp!

4. Etappe St. Vigil-Alleghe 74 Km 2640 Hm

Diese Etappe sollte es noch einmal richtig in sich haben. Im Startblock ging es mir auf Grund des frühen Starts und des vermasselten Frühstück richtig schlecht. Warmfahren war kaum möglich, teilweise dachte ich, ich kippe gleich einfach um…. Das versprach ein richtig schlechter Tag zu werden. Nach dem Startschuß ging es auch auf einer flachen Startphase auch schon los. Alle Fahrer drückten so richtig auf’s Tempo und ich hoffte nur, dass wir bald an dem ersten Anstieg ankommen. Nach 10 Km ging es dann auch los. Stetig zug sich der Schotterweg den Berg hinauf. Von da an ging es mir auch besser. Ich konnte mein Tempo fahren und die Beine sowie der Kreislauf fühlten sich gut an. Hinauf über die Fanes Hütte zug sich der Anstieg bis zum Limojoch auf 2100 Meter. Von dort wieder hinab ins Tal auf ruppigen Schotterwegen, meine Arme taten jetzt langsam auch weh, von den Händen ganz zu schweigen. Über Cortina d’Ampezzo ging es zum 2. Hammeranstieg des Tages. Erst noch gemächlich wurde es immer steiler. Irgentwann wurde der Anstieg zum Refugio Averau so steil und geröllig, dass nur noch schieben möglich war. Wanderschuhe wären hier sicher die bessere Wahl gewesen, als Raceschuhe mit bockharter Carbonsohle. Die Aussicht auf 2500 Meter war dafür aber überragend! Die erste Abfahrt war so steil, das die Vorderradbremse lieber nicht betätigt werden sollte. Leider stand im Trail ein Mitstreier mitten im Weg, so dass ich diesen fast überfahren hätte. Nach einem kleinem (nicht immer höflichem) Wortwechsel war aber wieder alles gut und es ging auf einem „Epischen Trail“ in Tal nach Alleghe unserem 4. Etappenziel. Mit 05:38:00 Std. auf Platz 106 war Startblock B wieder sicher!

5. Etappe Alleghe – St. Martino di Castrozza 73 Km 3200 Hm

Die erste Königsetappe stand heute auf unseren Rennplan. Das Profil lies erst einmal nichts Gutes erahnen, Sägezahnprofil vom feinsten. Die ersten 30 Km mussten wir auf Grund der vielen Teilnehmer auf den schmalen Trails, immer wieder vom Rad und schieben. Eine rhytmische Fahrweise war unmöglich, was meinen Beinen nicht gerade super gefiel. Erst der Anstieg zum Pass St. Pellegrino lies sich wieder einigermaßen fahren. Oben angekommen, reichte man uns aber keines des bekannten Mineralwassers, stattdessen ging es rasant auf Asphalt bergab ins Tal. Leider fing Hauke an diesem Tag auch wieder an zu kränkeln. Irgentwas stimmte nicht und Hauke wollte sogar schon abbrechen. Bis zur 2. Verpflegung biss er sich aber durch, nicht ganz einfach aber hier war der Timecut den wir zeitig erreichen mussten um nicht vom

Besenwagen eigesammelt zu werden, wir waren aber doch 1,5 Stunden vorher dort. Nach einigen Diskussionen mit dem Streckenposten, der zu Hauke sagte, dass die alte Militärstrasse hinauf zum Pass gut fahrbar wäre, ging es für Hauke und mich doch weiter. Die Straße lies sich auch wirklich gut fahren, was der Moral an diesem Tag gut tat. Leider fing es ab dem Passo Rolle doch noch an zu regnen und wir fuhren klatschnass ins Ziel San Martino di Castrozza. Platz an diesem Tag 124 Mit einer Zeit von 06:41:52 Std.

6. Etappe  San Martino di Castrozza – Crespano del Grappa 105 Km 2800 Hm

Diese Etappe startete wie auch schon in St. Vigil sehr früh. Um Acht war der Start angesetzt und somit hieß es für uns um 5 das Frühstück zu erledigen. Hauke wollte nach langem Hin und Her die Etappe unter die Stollen nehmen. Also in den Bikepark das Bike geholt und ab in den Sattel. Denkste! Hauke hatte einen Abzess dort, wo man ihn nicht gebrauchen kann. Fahren unter diesen Umständen: Unmöglich! Also erst einmal den Arzt kosutieren. Der riet aber zur Pause, so das die Stelle nicht mehr gereizt werde. Somit stand ich an diesem Morgen leider allein in Startblock B. Hauke war dementsprechend bedient,dass kann sich ja jeder vorstellen. Dennoch wollte ich die Etappen bestreiten und so erklang der Startschuß nun für mich pünktlich um Acht. Das Profil der Strecke versprach eine recht einfache Routenführung. Deshalb wunderte es mich anfangs auch nicht, dass die Verpflegungsstellen ca. 55 Km auseinander lagen.Das dies ein

Trugschluß war merkte ich am 2, sehr langem Anstieg. Bei ca. 35° C ging es stetig auf losem Untergrund bergan. Spätestens bei Km 71, hätte ich eine Verpflegungsstelle gebraucht, meine Flaschen waren nämlich trocken wie die Wüste Gobi im Hochsommer. Netterweise rechten Passanten uns Halbverdursteten einen Becher Wasser. Später wurde vom Veranstalter dort noch eine Notwasserstelle eingerichtet. Bei Km 85 hieß es noch einmal Flaschen füllen und dann ab nach Crespano. Die letzte Abfahrt wurde aber nochmals richtig heftig. Loses Geröll und Querrinnen ließen die Konzentration nicht eine Sekunde Ruhe. Nach 06:04:56 Std. war der Streß vorbei. Im Ranking der Individualfinishern bedeutete das Platz 13 von 48.

Etappe 7 Crespano – Rovereto 120 Km 3005 Hm

Die Vorletzte Etappe startete für mich aus Block C ganz hinten, da ich keinen Teampartner mehr hatte. Hauke hatte sich an diesem Tag einen Job beim Team Texpa/Simplon gesucht.Auf mich wartete erneut eine Solofahrt über knapp 120 Km und über 3000 Hm, quasi eine 3. Königsetappe. Der Anfang der Etappe war allerdings recht einfach, da erst einmal fast 20 Km neutralisiert gestartet wurde. Nach dem das Feld Bassano del Grappa passiert hatte, kamen wir an den ersten, langen Anstieg. Dieser lies sich auch recht gut fahren und ich hielt mich bei „alten Bekannten“ im Feld auf. Nachdem die ersten 1000 Hm absolviert waren, ging es auf einem Karrenweg wieder bergab. Dieses Mal musste ich bergab sogar eine Pause machen, die Arme und der gesamte Oberkörper taten dermaßen weh, dass ich kaum den Lenker halten konnte. Nach ein paar Minuten ging es aber weiter um die nächsten Anstiege in angriff zu nehmen. Den letzten Ansieg fuhr ich mit Claudia und Frerk von Craft and friends Team, was eine willkommene Abwechselung darstellte, da die beiden 1. sehr nett waren und 2. deutschsprachig waren. Der letzte Trail des Tages war einfach nur krass! Über geniale Trails mit kleinen Gegenanstiegen ging es über 1000 Höhenmeter hinab in Tal nach Rovereto. Ich habe auch noch nie solche Grillen erlebt, die so einen Höllenlärm machten, Hammergeil! In Rovereto angekommen bin ich nach 06:46:40 Std. auf Platz 18 von 48.

Etappe 8 Rovereto – Riva del Garda 39 Km 1260 Hm

Die letzte Etappe lag nun vor uns. Mein Teampartner Hauke entschied sich, diese noch einmal (ganz ruhig) mit zufahren. Wir reihten uns im Startblock C, neben Christoph und Steward ein. Da wir uns über die gesamte Transalp angefreundet hatten, wollten wir die letzte Etappe easy zusammen fahren. Easy??? Das hatte Hauke wohl nicht richtig verstanden denn er ging ab wie eine Rakete! Erst am steilsten Stück des ersten Anstiegs konnte ich Ihn wieder einholen. Von da an fuhren wir aber zusammen. Cristoph und Steward waren allerdings weiter hinten im Feld. Die Etappe selbst hatte nur einen Anstieg und eine Abfahrt. Somit fuhr mir

Hauke in der Abfahrt wieder davon, wartete aber am Ende um mich durch die viel befahrenen Straße von Riva zu ziehen, mit Tempo 42 Km/h versteht sich. Nach 02:12:00 Std. waren wir im Ziel von Riva del Garda angelangt. Hauke wurde leider nur „Out of Race“ gewertet und ich kam als 14. der Individualfinisher ins Ziel (von 52). Maren, Haukes Freundin, hatte uns schon erwartet und nahm Hauke und auch mich gebührend in Empfang. Fast hätte ich geheult, da ich vorher nicht daran geglaubt hatte, die Transalp mit all Ihren Eindrücken so zu erleben, wie ich es in den letzten 8 Tagen & knapp 43 Rennstunden getan hatte!

Abschließend möchte ich hier noch ein paar Personen erwähnen die es verdient haben 😉

Hauke mein Teampartner, der mir diese ganze Sache erst ermöglicht hatte. Danke für alles!

Meine Frau Peggy, die mich hat fahren lassen in unseren gemeinsamen Urlaub. Ich liebe Dich!

Maren, die extra den weiten Weg nach Riva gemacht hat, um uns abzuholen, dankeschön!

Christoph und Steward, die beiden Warriors vom Team Hammerhorse Racingteam powered by healing Honey. Ihr seid echt coole Säue :-)

Nadine & Sebastian vom Jenschura Team. 2 echt nette Leute die uns immer gut am Morgen und am Abend versorgt haben.

Wolfgang & Alan aus der Schweiz, 2 echt nette und gar nicht mal so ruhige Schweizer.

Das Taschenteam & Craft für die Klamottenwäscherei, echt gute Arbeit von Euch!

Und die Teams IBM (Ilsenburger Bike Masters) sowie die Craft and friends, war ein bisschen viel Bier an dem Abend ;-)….

Danke auch an unsere Sponsoren!

Bergamont bycicles, die Bikes sind top!

Schwalbe, die Reifen (Rocket Ron & Racing Ralph tubeless) haben top gehalten! Wir hatten nicht einen Platten!!!!

Squeezey Sports Nutrition, dass beste Gel was es gibt!

Es war mit allen 1000 Teilnehmern eine tolle Woche!!!!!

 

 

 

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